Adnexitis

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Ratgeber Adnexitis

Die Adnexitis

Pelvic Inflammatory Disease (kurz PID)

Sowohl eine Adnexitis, als auch eine Salpingitis bezeichnen verschiedene Entzündungsprozesse der inneren Geschlechtsorgane der Frau.

Sprechen Gynäkologen von einer Adnexitis, ist immer der Eileiter sowie der Eierstock betroffen. Die Entzündung kann sowohl einseitig, als auch beidseitig auftreten.

Weit verbreitet zu diesen Erkrankungen ist der Begriff pelvic inflammatory disease (kurz PID). Er komprimiert in der Medizin alle vorkommenden Entzündungen im Unterleibs- und Beckenbereich, da diese oftmals parallel zueinander auftreten. Wenn also die Entzündung ihren Ursprung an Eileiter oder Eierstock hat, so ist ebenso eine Ausbreitung auf z.B. den Bereich der Gebärmutter möglich.

Was sind die Ursachen?

Nahezu 80% aller Erkrankungen sind auf eine Infektion mit den Bakterien Gonokokken oder Chlamydien zurückzuführen, doch auch andere Erreger wie z.B. Staphylokokken, Streptokokken oder Coli-Bakterien können für eine Adnexitis verantwortlich sein. Ebenso ist eine Übertragung beim Geschlechtsverkehr möglich. Bei wechselnden Sexualpartnern sollte daher kein ungeschützter Verkehr stattfinden.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Adnexitis?

Wie bei den meisten entzündlichen Erkrankungen reagiert der Körper auch hier oftmals mit Fieber. Es ist daher eines der Symptome, welches fast immer zu beobachten ist. Die Erkrankung äußert sich jedoch auch anhand folgender Symptome:

  • Allgemeine Abgeschlagenheit / Krankheitsgefühl
  • Unspezifische Schmerzen im Unterbauch
  • Druckempfindlichkeit
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Ungewöhnlicher Scheidenausfluss
  • Zwischenblutungen

Adnexitis und Unfruchtbarkeit

In seltenen, schweren Verlaufsformen der Infektion kann eine Adnexitis zu Unfruchtbarkeit der Frau führen. Dies bezieht sich jedoch überwiegend auf die Infektionen die unerkannt, bzw. unbehandelt bleiben. Wird eine Adnexitis nicht oder zu spät medizinisch behandelt, können sich Verklebungen sowie Vernarbungen des entzündeten Gewebes bilden und die Eileiter blockieren. Die Eizelle kann nicht mehr vom Eierstock durch den Eileiter wandern – eine Befruchtung ist somit auf natürlichem Wege unmöglich. War nur ein Eileiter von der Entzündung betroffen, ist das Eintreten einer Schwangerschaft weiterhin möglich, die Wahrscheinlichkeit je Zyklus ist jedoch deutlich herabgesetzt.

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Da es sich um eine bakterielle Infektion handelt, ist die Behandlung mit Antibiotika die wirkungsvollste Methode, eine Heilung zu erzielen. Unterstützend ist die Therapie mit entzündungshemmenden, schmerzstillenden Präparaten mit z.B. den Wirkstoffen Ibuprofen oder Diclofenac sinnvoll. Körperliche Schonung ist ebenso zwingend notwendig!

Die Dauer der Behandlung beträgt ca. 2 Wochen. Etwa 90 % aller Patientinnen sind anschließend beschwerdefrei.

Ein Eingriff, bei dem betroffenes Gewebe operativ entfernt werden muss, da z.B. eine chronische Entzündung vorliegt, ist glücklicherweise sehr selten notwendig.

Wer ist am häufigsten betroffen?

Wie bereits erwähnt, ist eine Ansteckung beim Geschlechtsverkehr möglich und häufig die Ursache der Erkrankung. Oftmals erkranken daher vor allem junge, sexuell aktive Frauen. Jedoch zählen auch folgende Kriterien zu den möglichen Risikofaktoren:

  • Sämtliche, den Unterleib betreffende Operationen sowie das Einsetzen einer Verhütungs-Spirale können ein Eindringen und und Aufsteigen von Bakterien ermöglichen, bzw. erleichtern.
  • Unbehandelte Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Diabetes haben negativen Einfluss auf den Säureschutzmantel der Schleimhaut und erleichtern somit eine Infektion.
  • Intimduschen können Bakterien tief in die Scheide einspülen und somit Entzündungen hervorrufen.
  • Vorherige Scheidenentzündungen können, wenn sie unbehandelt bleiben, ein Übergreifen auf die inneren Geschlechtsorgane verursachen.

Ist eine Vorbeugung möglich?

Auch, wenn sich eine Infektion nicht in jedem Fall vermeiden lässt – Wenn Sie diese Ratschläge berücksichtigen, können Sie das Risiko einer Erkrankung deutlich senken:

  • Verwenden Sie bei Geschlechtsverkehr mit wechselnden Sexualpartnern stets Kondome.
  • Achten Sie auf eine regelmäßige, sanfte Intimhygiene.
  • Verzichten Sie auf Scheidenspülungen und Intimduschen.
  • Wenden Sie sich bei dem Verdacht auf eine Scheidenentzündung umgehend an Ihren Gynäkologen, um ein Aufsteigen der Infektion zu verhindern und eine Behandlung der Infektion schnellstmöglich zu beginnen.

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Dr. Schmidt-Pich & Kollegen MVZ GmbH