Endometriose

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Die Endometriose

Eine Erkrankung mit vielen Gesichtern

Einige Frauen sind beschwerdefrei – Andere sind durch die Erkrankung in ihrem Wohlbefinden stark eingeschränkt und je nach Zyklusphase sogar auf Schmerzmittel angewiesen. Die Rede ist von Endometriose. Eine Erkrankung, deren Diagnose nicht selten bis zu 10 Jahre in Anspruch nimmt.

Sie wird unterteilt in 4 Schweregrade:

  • minimale (Stadium I)
  • leichte (Stadium II)
  • mäßige (Stadium III)
  • schwere Endometriose (Stadium IV).

Aufgrund ihrer facettenreichen Symptome lässt sich Endometriose zwar oftmals vermuten – Gewissheit bringt jedoch erst eine Bauchspiegelung (Laparoskopie). Das Hauptmerkmal der Erkrankung sind Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle. Oftmals sind sie an den umliegenden Bereichen wie Eierstöcken, Eileitern, dem Vaginalbereich und dem Bauchfell, sowie der äußeren Gebärmutterwand zu finden. Seltener kommen sie jedoch auch im Bereich der Blase oder dem Darm vor.

Die häufigsten Symptome der Endometriose

Da diese Wucherungen demselben zyklischen Ablauf des weiblichen Körpers angehören, baut sich auch an den jeweiligen „Endometriose-Herden“ die Schleimhaut auf, bevor sie anschließend mit Einsetzen der Monatsblutung abgestoßen wird. Dieser Umstand verursacht oftmals starke Schmerzen, die jedoch nicht selten von den Patientinnen als gegebene Begleiterscheinung der Menstruation hingenommen werden. Unwohlsein sowie leichte bis mäßige Unterleibsbeschwerden treten bei einem Großteil aller Frauen im gebärfähigen Alter auf und sind im Zusammenhang mit der Monatsblutung als typische Beschwerden nicht ungewöhnlich. Sollten Sie jedoch folgende Merkmale bei sich beobachten, könnte dies auf eine Endometriose hindeuten:

  • Schmerzen im Unterbauch und unteren Rückenbereich, verstärkt während der Monatsblutung
  • Unregelmäßige oder besonders starke Monatsblutungen, verbunden mit extremen Schmerzen
  • Zwischenblutungen
  • Schmerzen und/oder Blutungen beim Wasserlassen oder der Darmentleerung, parallel zur Monatsblutung
  • Schmerzen während des Eisprungs (etwa zur Zyklusmitte)
  • Unerfüllter Kinderwunsch

Der unerfüllte Kinderwunsch ist oftmals Anlass für die Betroffenen, Rat bei ihrem Gynäkologen zu suchen. Bei etwa 50% aller Paare, deren Kinderwunsch unerfüllt bleibt, ist Endometriose die Ursache. Jährlich werden 30.000 bis 40.000 Neuerkrankungen allein in Deutschland registriert, aktuell leben etwa 2 Millionen Frauen bundesweit mit der Diagnose. Bis zu 20 % aller Frauen zwischen der Pubertät und den Wechseljahren erkranken in ihrem Leben an Endometriose.

Es gibt jedoch vielfältige Behandlungsmöglichkeiten die, je nach Lebenssituation der Frau, individuell ausgewählt werden:

Steht der unerfüllte Kinderwunsch der Frau im Vordergrund, ist es Ziel der Behandlung, die Endometriose-Herde sowie evtl. Verklebungen und Zysten mittels der Laparoskopie vollständig zu entfernen. Dieser Routine-Eingriff ist für die Frau sehr schonend, da hierzu lediglich 2-3 kleine Schnitte durch die Bauchdecke notwendig sind, um die Operation durchzuführen. Daher wird dieses Verfahren auch Schlüsselloch-Technik oder minimal-invasive Chirurgie genannt. Je nach Befund dauert dieser Eingriff etwa ½ bis 2 Std.

Schmerzlinderung und Therapiemöglichkeiten

Wird eine Schwangerschaft von der Patientin jedoch nicht angestrebt, lassen Schmerzmittel sowie der Einsatz von Hormonpräparaten auf Linderung der Beschwerden hoffen. Zu den am häufigsten verwendeten Schmerzmitteln bei Endometriose gehören:

Antirheumatika wie Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac und Ibuprofen. Bringen diese Wirkstoffe jedoch keine deutliche Schmerzlinderung, ist in seltenen Fällen die Einnahme von Opioiden ratsam.

Alternativ bzw. parallel zur Schmerzmitteltherapie finden oft auch Hormone Anwendung in der Behandlung bei Endometriose. Diese reichen von reinen Gestagen-Präparaten oder der Antibabypille, bis hin zu GnRH-Analoga. Gestagene und die Antibabypille unterdrücken den Eisprung (Ovulationshemmer) und dämmen das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut ein, wodurch oftmals bereits eine ausreichende Reduktion der Beschwerden erzielt werden kann. GnRH-Analoga greifen weitaus intensiver in den weiblichen Hormonhaushalt ein und können Nebenwirkungen verursachen, welche den Beschwerden in den Wechseljahren ähneln können, wie z.B. Schlafstörungen, Gewichtszunahme, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen.

Merkmale, die das Risiko für Endometriose erhöhen können

  • Ein besonders kurzer Zyklus (27 Tage oder weniger)
  • Einsetzen der ersten Regelblutung (Menarche) vor Ihrem 12. Lebensjahr
  • Endometriose-Erkrankungen in Ihrer Familie

Sollten diese Merkmale auf Sie zutreffen, bedeutet dies jedoch keinesfalls, dass Sie an Endometriose erkranken werden. Dies bedeutet aber auch, dass Frauen trotz fehlender Risikofaktoren an Endometriose leiden können.

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Dr. Schmidt-Pich & Kollegen MVZ GmbH